Dosiskonzepte der Strahlentherapie
Die Applikation der Strahlentherapie im Tumorzentrum Oberösterreich basiert auf international etablierten „Dosis- und Fraktionierungskonzepten“. Die nachfolgend aufgelisteten Konzepte wurden von den Fachexpert*innen der Abteilung für Radioonkologie am Ordensklinikum in Linz zusammengestellt und gemeinsam mit den Fachexpert*innen des Instituts für Radioonkologie im Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck verabschiedet.
Für alle onkologisch tätigen Ärzt*innen im Tumorzentrum Oberösterreich bieten die Dosiskonzepte einen guten Überblick über die gängige Vorgehensweise. Es sei angemerkt, dass die Wahl der bestmöglichen radioonkologischen Therapie im Einzelfall von den angeführten Standards abweichen kann.
Dosiskonzepte unterschiedliche Entitäten A-Z
Dosiskonzept Basalzell- und Plattenepithelkarzinome der Haut
Dosiskonzept Bronchialkarzinom (27.03.2025)
Dosiskonzept Kopf-Hals-Tumoren (26.03.2025)
Dosiskonzept Knochenmetastasen (08.04.2025)
Dosiskonzept Mammakarzinom (30.04.2025)
Dosiskonzept Nebennierenmetastasen (13.07.2025)
Dosiskonzept Sarkome (08.04.2025)
Dosiskonzepte Blut(krebs)erkrankungen
Dosiskonzept Morbus Hodgkin (31.03.2025)
Dosiskonzept Non-Hodgkin Lymphome (31.03.2025)
Dosiskonzept Plasmocytom und Multiples Myelom (31.03.2025)
Dosiskonzepte Gastrointestinale Tumoren
Dosiskonzept Ösophaguskarzinom (08.04.2025)
Dosiskonzept Magenkarzinom (24.03.2025)
Dosiskonzept Pankreaskarzinom (13.07.2025)
Dosiskonzept Rektumkarzinom (31.03.2025)
Dosiskonzept Analkarzinom (08.07.2025)
Dosiskonzepte Gynäkologische Tumoren
Dosiskonzept Ovarialkarzinom
Dosiskonzept Vaginalkarzinom
Dosiskonzept Vulvakarzinom
Dosiskonzept Zervixkarzinom
Dosiskonzepte Uro-genitale Tumoren
Dosiskonzepte ZNS-Tumoren
Dosiskonzept Gliome (31.03.2025)
Dosiskonzept Meningeome (31.03.2025)
Dosiskonzept ZNS-Tumoren (unterschiedliche Entitäten) (31.03.2025)
Die vorliegenden Dosiskonzepte stellen eine allgemeine Grundlage innerhalb des Tumorzentrums Oberösterreich dar und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Verantwortung der Auswahl der jeweiligen individuellen Therapie liegt bei der Abteilung, die die Behandlung durchführt. Darüber hinaus von den jeweiligen Fachgesellschaften festgelegte Qualitätsstandards sind dem Stand der Wissenschaft entsprechend einzubeziehen.
Anwendungshinweise zu den Dosiskonzepten
Die Dosiskonzepte zu den gängigen Tumorentitäten dienen grundsätzlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der radioonkologischen Abteilungen zur Festlegung des korrekten Therapieregimes.
Da diese ständigen Änderungen unterworfen sein können und die Spezialisierung fortschreitet, sind diese nun einem regelmäßigen Update unterworfen.
Allerdings sind die Dosiskonzepte auch für Nicht-Strahlentherapeuten eine wichtige Informationsquelle, um sich zumindest in grobem Umfang speziell über die Anzahl der Behandlungssitzungen informieren zu können.
Als Beispiel sei das Analkarzinom angeführt:
cT1,2 cN0 bis maximal 40mm Durchmesser: Primärtumor 41.4Gy/1,8 Gy in 23 Fraktionen, LK elektiv iliakal/pararektal/inguinal 34.5Gy/1,5 Gy in 23 Fraktionen als SIB Konzept, in Summe 23 Bestrahlungen
cT2 über 40mm Durchmesser: Primärtumor 54 Gy/1,8 Gy, LK elektiv iliakal/pararektal/inguinal 45 Gy/1,8 Gy, positive LK 54 Gy/1,8 Gy, Boost nicht als SIB, sondern sequentiell, in Summe 30 Bestrahlungen
cT3,4 cN0/cN1: Primärtumor 59,4 Gy/1,8 Gy, LK elektiv iliakal/pararektal/inguinal 45 Gy/1,8 Gy, positive LK 54 Gy/1,8 Gy, Boost nicht als SIB, sondern sequentiell, in Summe 33 Bestrahlungen
Wie ist diese Aufstellung zu verstehen?
Tumore unter 40mm Größe ohne Lymphknotenmetastasen werden in Summe 23 Mal bestrahlt, wobei der manifeste Primärtumor mit einer höheren Einzeldosis als die elektiven Lymphknoten behandelt werden, dieses Konzept nennt man SIB, simultan integrierter Boost.
Bei cT2 Tumoren über 40mm Durchmesser erfolgt initial eine Behandlung in 25 Fraktionen, der Primärtumor bzw. pathologische Lymphknoten werden im Anschluss (d.h. sequentiell) mit weiteren 5 Sitzungen therapiert, in Summe somit 30 Fraktionen.
Liegt eine cT3 oder cT4 Situation vor, kommen nochmals 3 Bestrahlungen des Primärtumors hinzu, insgesamt somit 33 Bestrahlungen.