Weiterführende Informationen
ALLGEMEINES
Brustkrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Etwa jede 8. Frau ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Ca. 75 Prozent der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, können auf Dauer geheilt werden. Der Schlüssel zu einer vollständigen Heilung liegt also darin, die Erkrankung in einem möglichst frühen Stadium zu diagnostizieren und die Therapie auf die individuell verschiedenen Voraussetzungen abzustimmen.
In wenigen Fällen sind auch Männer von Brustkrebs betroffen. Auch sie werden als Patienten kompetent betreut.
Die Diagnose Brustkrebs ändert das Leben schlagartig. Um Betroffenen eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um Brustgesundheit und Brustkrebs zu bieten, haben wir im Brustgesundheitszentrum an den verschiedenen Standorten interdisziplinär und interprofessionell geführte Brustzentren etabliert. Expert*innen des jeweiligen Hauses bieten im Rahmen des Brustzentrums ein umfangreiches, auf die Diagnose Brustkrebs abgestimmtes Leistungsspektrum an. Dieses reicht von der Diagnostik über sämtliche Therapiemöglichkeiten bis zur Palliation.
Das Leistungsspektrum reicht von der genetischen Beratung über verschiedene Diagnoseverfahren bis hin zu operativen Eingriffen, Chemotherapie und Strahlentherapie. Um die Betroffenen rundum bestmöglich zu betreuen, stehen den Patientinnen ausgebildete Pflegefachkräfte (Breast Care Nurses, Palliativ Care sowie Entlassungsmanagement) zur Seite. Psycholog*innen und Therapeut*innen komplettieren das interdisziplinäre, multiprofessionelle Team.
CHIRURGIE
Die Chirurg*innen sind Ansprechpartner*innen für Brustkrebspatient*innen und für Frauen mit unklaren Befunden. Sie sind umfassend in die Diagnostik und Behandlung des Mammakarzinoms eingebunden und für die operative Versorgung verantwortlich. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Medizin ist heute eine Totalentfernung der Brust meist nicht mehr nötig. Sollte ein Tumor zu groß sein, kann in vielen Fällen eine vorangehende medikamentöse Therapie eine Verkleinerung erzielen und eine anschließende brusterhaltende Operation ermöglichen. Eine totale Entfernung der Brust ist nur mehr bei sehr großen Tumoren, mehreren in der Brust verstreuten Knoten oder einem diffusen Befall der Brustdrüse über die Lymphgefäße erforderlich. In diesen Fällen kann ein Wiederaufbau entweder mit einer Prothese oder mit körpereigenem Gewebe erfolgen. Auch die früher routinemäßig durchgeführte Komplettentfernung der Achsellymphknoten hat eine Wandlung erfahren, seit man weiß, dass die Lymphgefäße immer zuerst zu einem oder zwei Lymphknoten ziehen und sich erst von dort aus weiterverteilen. Ist der Wächterlymphknoten tumorfrei, sind es auch alle anderen und müssen somit nicht entfernt werden. Das Ziel der operativen Behandlung ist es, den Eingriff so groß zu wählen, wie es nötig ist, um den Tumor sicher zu entfernen, aber gleichzeitig so begrenzt und gewebeschonend wie möglich, um das beste kosmetische Ergebnis für Form und Kontur der Brust zu erreichen.
GYNÄKOLOGIE
Die Gynäkolog*innen sind Ansprechpartner*innen für Brustkrebspatient*innen und für Frauen mit unklaren Befunden. Sie sind ebenso umfassend in die Diagnostik und Behandlung des Mammakarzinoms eingebunden. Sie sind je nach Standort in die operative Versorgung mit eingebunden oder das führende operative Team.
Frauenärzt*innen bieten auch bei speziellen Fragen umfassende Hilfestellungen. So nimmt bei jung erkrankten Frauen mit noch nicht abgeschlossener Familienplanung die Beratung zur Fertilitätserhaltung oder die Planung weiterer Schwangerschaften nach einer Brustkrebserkrankung einen wichtigen Stellenwert ein. Die Gynäkolog*innen beraten darüber hinaus auch bei Wechselbeschwerden, die durch medikamentöse Therapien ausgelöst werden, oder bei therapiebedingten Veränderungen im Bereich der Sexualität. Da nach einer Brustkrebserkrankung weitgehend auf Hormonersatztherapien verzichtet werden muss, können entsprechende Lösungen gesucht werden.
GENETISCHE BERATUNG
5 bis 10 Prozent der Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt und somit vererbbar. Bei einer familiären Belastung durch Brust- und Eierstockkrebs ist die Inanspruchnahme einer genetischen Beratung im Brustzentrum sinnvoll. Nach einer telefonischen Terminvereinbarung wird in einem Erstgespräch eruiert, ob eine entsprechende Testung sinnvoll ist. Wenn ja, werden die weiteren Schritte in die Wege geleitet.
RADIOLOGIE
Das Brustgewebe kann mit verschiedenen bildgebenden Verfahren dargestellt werden. Die am häufigsten angewandten Methoden sind die Mammografie und der Ultraschall. Unter besonderen Umständen können diese Verfahren durch eine Magnetresonanztomografie und durch Spezialuntersuchungen ersetzt oder ergänzt werden. Die Mammografie ist die einzige bildgebende Methode, die Verkalkungen darstellen kann. Sie wird dadurch zu einer unverzichtbaren Untersuchung, weil Veränderungen sehr frühzeitig, noch bevor sie tastbar sind, sichtbar werden. Der Brustultraschall ist in der Regel eine sinnvolle Ergänzung zur Mammografie und kann helfen, gutartige von bösartigen Herden zu unterscheiden. Durch die Magnetresonanztomografie kann u. a. vor der Operation einer nachgewiesenen bösartigen Veränderung eine Aussage über die tatsächliche Tumorausdehnung gemacht werden. Bei Frauen mit erhöhtem Krebsrisiko wird diese Methode vor allem in jüngerem Alter als Vorsorgeuntersuchung angewendet. Mit der Galaktografie, Elastografie, Präparatradiografie, Kontrastmammographie, stereotaktischen und sonografischen Drahtmarkierung, den Stanz- und Vakuumbiopsien und der Möglichkeit der MRT-gezielten Markierung und Biopsie wird das Spektrum einer modernen radiologischen Mammadiagnostik komplettiert.
ONKOLOGIE
Beim Mammakarzinom ist neben der Operation und der Radiotherapie in manchen Fällen auch eine systemische Therapie indiziert. Je nach individueller Prognose, biologischen Eigenschaften des Tumors und patient*innenbezogenen Kriterien wird die adjuvante Therapie auf Basis klinischer Studien sowie nationaler und internationaler Therapieempfehlungen festgelegt. Sehr große Tumore können durch eine neoadjuvante Therapie verkleinert werden, um im Vorfeld einer Operation optimale Bedingungen für diese zu schaffen. Im Fall einer palliativen Therapie soll das Wachstum von Metastasen unterbunden sowie deren Zahl und Größe verringert werden. Mit den hier genannten Therapieoptionen sind eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Steigerung der Überlebenszeit möglich. Zusätzlich werden supportive Therapien, die Behandlung von Symptomen, die durch die Krebserkrankung und deren Therapie hervorgerufen werden, sowie eine Nachbetreuung nach einer adjuvanten Therapie angeboten.
PLASTISCHE CHIRURGIE
Wenn die Behandlung des Brustkrebses abgeschlossen ist, sehen sich viele Patient*innen einem veränderten Spiegelbild gegenüber. Narben, Asymmetrie oder das völlige Fehlen einer Brust bereiten mehr oder weniger Probleme im Alltag. Viele empfinden das Ergebnis als Einschränkung bei der Auswahl der Kleidung, beim BH-Kauf, beim Besuch öffentlicher Bäder, und schwierig wird es vor allem, in der Partnerschaft mit dem neuen Körperbild zurechtzukommen. Die plastische Chirurgie bietet zahlreiche Möglichkeiten, um das Körper- und Selbstwertgefühl zu verbessern und um wieder annähernd Normalität herzustellen.
Welche Möglichkeiten der Brustwiederherstellung gibt es?
Wiederherstellung mit Eigengewebe (Gewebe vom Unterbauch, von der Oberschenkelinnenseite oder vom Rücken, Eigenfett)
Wiederherstellung mit Implantaten Bei der Brustrekonstruktion mit Gewebe vom Unterbauch oder Oberschenkel wird dieses ähnlich einer Bauchdecken- oder Oberschenkelstraffung präpariert und die Gefäße werden in einer 6- bis 8-stündigen Operation unter dem Mikroskop an die Brustwandgefäße angeschlossen. Bei der Brustrekonstruktion mit Gewebe vom Rücken wird der große Rückenmuskel auf der jeweiligen Seite unter der Achsel nach vorne gebracht und daraus mit oder ohne zusätzliches Implantat die neue Brust geformt. Kleine Defekte oder minimale Asymmetrien können auch mittels Eigenfett korrigiert werden. Dabei wird überschüssiges Fett (meist von Bauch, Flanken oder Oberschenkeln) entnommen und an den Stellen mit Volumendefizit wieder injiziert. Bei Gen-Positivität auf Brustkrebs oder kleinen Tumoren kann auch eine hautsparende Brustdrüsenentfernung mit sofortiger anschließender Brustrekonstruktion mit Implantaten erfolgen.
PATHOLOGIE
Alles, was mit dem freien Auge nicht zu sehen ist, wird unter dem Mikroskop der Patholog*innen sichtbar. Die histologische Diagnostik bildet dabei die wesentliche Grundlage für die Erkennung und Klassifizierung eines Tumors sowie für eine optimale, individuell angepasste Therapie. Ausschließlich die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe gibt Klarheit darüber, ob ein gut- oder bösartiger Tumor vorliegt. Die Tumorentität ist ein wesentliches Kriterium für die Behandlung eines Mammakarzinoms. Bei einem malignen Befund untersuchen die Patholog*innen die Tumoreigenschaften und somit die Angriffspunkte gängiger medikamentöser Therapien. In einer multidisziplinären Tumorkonferenz wird aufgrund des pathohistologischen Befundes das weitere therapeutische Vorgehen besprochen und festgelegt. Folgt eine chirurgische Tumorentfernung, wird das entnommene Gewebe noch während der Operation in der Pathologie untersucht. Die Patholog*innen geben den operierenden Ärzt*innen noch während des laufenden Eingriffs Auskunft darüber, ob das bösartige Gewebe zur Gänze entfernt wurde. Auch der Sentinel-Lymphknoten wird noch während der Operation durch eine Schnellschnittuntersuchung auf Tumorzellen untersucht, dadurch kann in den meisten Fällen eine Zweit- bzw. Nachoperation verhindert werden. Die exakte Tumorklassifikation sowie die molekularpathologischen Untersuchungsergebnisse sind für das weitere therapeutische Vorgehen entscheidend und ermöglichen die Prognose.
STRAHLENTHERAPIE
Eine Radiotherapie, auch Strahlentherapie genannt, erfolgt bei Brustkrebs in der Regel in Verbindung mit einer Operation und/oder einer systemischen Therapie. Für die Behandlung stehen Linearbeschleuniger zur Verfügung, moderne Bestrahlungsplanungsrechner gewährleisten eine optimierte Dosisverteilung. Die Patient*innen werden meist über einen Zeitraum von 15 Bestrahlungen behandelt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine hypofraktionierte Radiotherapie mit weniger Behandlungen angeboten werden. Mit der Strahlentherapie sollte als adjuvante Maßnahme ca. vier Wochen nach der Operation begonnen werden. Wird eine adjuvante Chemotherapie durchgeführt, sollte die Radiotherapie spätestens vier Wochen nach Ende der Chemotherapie eingeleitet werden. Die Strahlentherapie kann in der palliativen Behandlung als primäre Therapie bei lokal weit fortgeschrittenen Tumoren, aber auch bei Fernmetastasen eingesetzt werden, um ein rasches Tumorfortschreiten zu verhindern oder Schmerzen zu lindern. Die individuellen Therapieoptionen werden im Tumorboard besprochen.
Vor dem Beginn der Radiotherapie klären die Radioonkolog*innen jeden Patienten einem ausführlichen Gespräch über Wirkung, Nebenwirkungen, Ablauf und Dauer der Behandlung auf.
NUKLEARMEDIZIN
Der Sentinel-Lymphknoten, auch Wächterlymphknoten genannt, ist der erste Lymphknoten, der im Abflussgebiet eines Tumors liegt. Durch die szintigrafische Darstellung und anschließende histologische Untersuchung kann festgestellt werden, ob bereits eine Absiedelung des Tumors über die Lymphbahnen erfolgt ist oder nicht. Das Ergebnis ist für die weitere Behandlung und die Prognose der Krankheit entscheidend. Bei einem nicht befallenen Sentinel-Lymphknoten kann auf eine ausgedehnte operative Lymphknotenausräumung der Achselhöhle mit entsprechenden Folgen (Lymphstau im betroffenen Arm, evtl. Nervenirritation, Schmerzen bei der Armbewegung) verzichtet werden. Die Sentinel-Lymphknoten-Szintigrafie wird wenige Stunden vor der Operation durchgeführt. Dazu spritzt die/der Nuklearmediziner*in im Bereich des Brustwarzenhofs der betroffenen Seite zwei Injektionen mit gering radioaktiv markierten kleinen Teilchen (Tc-99m-Nanokolloid) unter die Haut. Das verabreichte Radiopharmakon wird von der Einstichstelle über die Lymphbahnen zum Lymphknoten abtransportiert. Dieser kann dann durch die von ihm ausgesendete Strahlung mit einer Gammakamera aufgezeichnet und anschließend für die/den Operateur*in von außen mit einer Gammasonde auf der Haut sichtbar markiert werden. Zum Ausschluss bzw. Nachweis eines etwaigen Knochenbefalls wird auch eine Knochenszintigrafie durchgeführt. Für seltene, fortgeschrittene Tumorstadien gibt es die Möglichkeit der PET-CT-Untersuchung, die Tumorabsiedelungen in sämtlichen Körperregionen aufdecken kann.
PALLIATIVMEDIZIN
Brustkrebs ist vielfach heilbar. Manchmal ist das Gesundwerden aber leider nur eingeschränkt oder nicht möglich. Zu einer umfassenden Betreuung bei einer onkologischen Erkrankung gehören deshalb auch die Aspekte von Palliative Care. Die Mitarbeiter*innen einer Palliativstation unterstützen bei der Therapie von Schmerzen und anderen eventuell auftretenden Leiden. Auch bei existenziellen Fragen zu den Themen Abschied, Trauer und Tod steht das Palliativteam als einfühlsamer Partner zur Seite. Das Ziel der Palliativmedizin ist es, die Patient*innen wieder gut eingestellt in die gewohnte häusliche Umgebung zu entlassen. Durch die gute Linderung von Symptomen können die Lebensqualität und die Selbstständigkeit bestmöglich erhalten werden. Eine Palliativstation arbeitet im Sinne einer optimalen Betreuung eng mit den anderen Stationen der Klinik zusammen. Nach außen bestehen gute Kontakte zur abgestuften Palliativ- und Hospizversorgung. In der Region stehen die niedergelassenen Allgemeinmediziner*innen und die Mitarbeiter*innen des mobilen Palliativteams für die häusliche Betreuung im medizinischen und pflegerischen Bereich zur Verfügung. Hospizmitarbeiter*Innen unterstützen gerne bei Fragen bzw. Bedürfnissen im psychosozialen Bereich.
PHYSIKALISCHE MEDIZIN
Der Erhalt und die Steigerung der Lebensqualität sind oberstes Ziel. Der Erhalt oder die Wiedererlangung von Funktionen bei onkologischen Patient*innen sind eine große Herausforderung, stellen aber für die Lebensqualität der Betroffenen einen wesentlichen Faktor dar. Erfolgreiche Konzepte im Bereich der physikalischen Medizin und Rehabilitation folgen heute einem interdisziplinären Behandlungsansatz. Auch bei Brustkrebspatient*innen ist es das Ziel dieser multimodalen Behandlungskonzepte, die Funktionen zu verbessern und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Physikalischen, trainingstherapeutischen und edukativen Maßnahmen sowie Prävention und Rehabilitation kommt dabei ein hoher Stellenwert zu.
Diese Maßnahmen werden individuell für jede Patientin geplant und umfassen ein breites Spektrum an Möglichkeiten:
Schmerztherapie mittels physikalischer, medikamentöser, psychologischer oder interventioneller Verfahren (in Kooperation mit dem/der Primärversorger*in und gegebenenfalls im interdisziplinären Team)
Physiotherapie: Einzel- und Gruppentherapie, Krafttraining, Ausdauertraining (Onko-Walking) und Koordinationstraining
Lymphologisches Management: Ödemprophylaxe/-therapie mittels Entstauungsübungen, Kompressionsbehandlungen und Lymphdrainage
Physikalische Anwendungen: Heilmassage, Reflexzonenmassage, Akupunkturmassage, Moorpackungen, Elektrotherapie, Ultraschall
Schulung von Entspannungstechniken, Biofeedback
Breast Care Nurses (Brustpflege)
Die Breast Care Nurses (BCN) sind diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, die über eine spezielle Zusatzausbildung verfügen. Sie sind ein fixer Teil des multiprofessionellen Teams und fungieren als Bezugspersonen, die Brustkrebspatient*innen von der Diagnosestellung über den gesamten Behandlungsprozess bis hin zur Nachsorge begleiten. Die Breast Care Nurses agieren als Berater*innen, Unterstützer*innen und Koordinator*innen und verstehen sich als Bindeglied zwischen den Patient*innen und den behandelnden Fachärzt*innen, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen sowie Therapeut*Innen. Darüber hinaus beraten die Pflegeexpert*innen für Brustgesundheit auch bei einer Teil- oder Gesamtentfernung der Brust, informieren über die Möglichkeiten eines Brustersatzes und bereiten die Patientin auf das zu erwartende veränderte Körperbild vor. Um eine lückenlose Versorgung nach dem Klinikaufenthalt zu gewährleisten, stellen Brustschwestern die nötigen Kontakte z. B. zu Bandagist*innen her. Auf Wunsch werden auch Angehörige in die Gespräche mit eingebunden.
KLINISCHE PSYCHOLOGIE
Krebs gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Erwachsenenalter und wird immer noch mit einer hohen Lebensbedrohung in Verbindung gebracht. Die Diagnose „Brustkrebs“ löst bei vielen Betroffenen eine Krisenreaktion aus. Plötzlich werden sie mit einer ganzen Flut unterschiedlicher Gefühle konfrontiert. So können Schock, Angst, Trauer und Wut unmittelbare Reaktionen auf die Mittteilung der Krebsdiagnose sein. Die schlagartige Abhängigkeit vom Gesundheitssystem sowie die Einschränkungen der eigenen Handlungsfreiheit und massive Zukunftsängste stellen für Erkrankte aber auch ihre Familien und Freunde eine große psychische Herausforderung dar. Obwohl die Sterblichkeit an Krebserkrankungen stetig abnimmt, sprich immer mehr Menschen eine Krebserkrankung überleben, dürfen die psychischen und physischen Folgen einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung nicht unterschätzt werden. Neben den körperlichen Belastungen erleben Betroffene emotionale und soziale Veränderungen. Die Diagnose Brustkrebs stellt für Betroffene einen massiven Einschnitt in das bisherige Leben mit Einfluss auf alle Lebensbereiche dar. In dieser Ausnahmesituation muss nicht nur eine optimale medizinisch-pflegerische Betreuung, sondern auch eine psychologische Begleitung gewährleitet sein. Das Ziel der klinischen Psychologie ist es, Ängste, Verzweiflung und Hilflosigkeit der Patient*innen zu mindern und psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen vorzubeugen. In Gesprächen können nicht nur individuelle Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Erkrankung „Brustkrebs“ erarbeitet werden, sondern auch Fragen zu Themen wie Aufklärung der Kinder, Umgang und Kommunikation mit der Familie, Partnerschaft und mit Bekannten oder körperlichen Veränderungen besprochen werden.
KLINISCHE SOZIALARBEIT
Eine Krebserkrankung stellt für die Betroffenen selbst, aber auch für ihr Umfeld eine große Herausforderung dar. Der Alltag aller verändert sich, da die Behandlung in der Klinik und die Nachsorge viel Zeit und Kraft benötigen.
Folgende Fragen können unter anderem auftauchen:
Wer betreut meine Kinder, während ich in der Klinik bin oder mich zu Hause von der Behandlung erhole? Wie geht es mit meinen Familienangehörigen weiter, die ich im Alltag aufgrund ihres Alters oder ihres Betreuungsbedarfs mitversorge? Welche Möglichkeiten der Hilfestellung gibt es für mich und meine Familie im Alltag?
Wie geht es mit meiner Arbeitsstelle weiter? Sind Entlastungsangebote für mich leistbar bzw. wofür gibt es finanzielle Unterstützung?
Welche Möglichkeiten gibt es für mich selbst, mich nach einer Operation oder einer Behandlung zu erholen?
Wie erzähle ich meiner Familie, meinen Freund*innen, meinen Arbeitskolleg*innen von der Erkrankung? Wo finde ich Gleichgesinnte, mit denen ich mich austauschen kann? Es ist bekannt, dass eine ganzheitliche Betrachtung (Körper, Psyche, soziales Umfeld) für den Behandlungs- und Genesungsprozess förderlich ist. Ziel der klinischen Sozialarbeit ist es, die momentanen Bedürfnisse und Sorgen der Betroffenen und ihrer Angehörigen ernst zu nehmen und Hilfestellung zum jeweiligen Thema anzubieten.
Die folgenden Übersetzungen der weiterführenden Information wurden mithilfe von KI erzeugt:
>>> Further information in English <<<
>>> Daljnke informacije na bosanskom, hrvatskom i srpskom jeziku <<<
>>> Ileri düzey bilgiler Türkçe olarak <<<
- Onkopedia stellt sehr umfassende Informationen zur Entstehung und Behandlung von Brustkrebs zur Verfügung.
- Informationsbroschüren der Österreichischen Krebshilfe (Informationen aus den Bereichen Krebsvorsorge und -früherkennung und Leben mit der Diagnose Krebs)
- Auf Gesundheit.gv.at finden sich umfassende Informationen zu Patient*innenrechten und rechtlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Krebserkrankung allgemein.
- Der Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments beinhaltet unter anderem eine Resolution zur Behandlung in interdisziplinären Brustzentren.