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HPV-INFORMATIONSKAMPAGNE AN OBERÖSTERREICHS SCHULEN - ES GIBT EINE IMPFUNG GEGEN KREBS

Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Österreichweit werden jährlich rund 400 Erstdiagnosen gestellt, in etwa 50 davon in Oberösterreich. Zahlen, die sich mit Hilfe einer Impfung drastisch reduzieren lassen, denn ausgelöst wird Gebärmutterhalskrebs, wie auch eine Reihe anderer Krebserkrankungen durch Humane Papilloma Viren (HPV). Gemeinsam setzen Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander und Prim. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Spitalspartner Ordensklinikum Linz und Konventhospital Barmherzige Brüder die Informationskampagne zur HPV-Impfung an Oberösterreichs Schulen fort.

„Impfungen gehören zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen, die die Medizin zu bieten hat. Die Impfung gegen Corona steht durch die laufende Impfkampagne derzeit im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Immerhin wurden in Oberösterreich bereits mehr als 1,3 Millionen Impfungen durchgeführt, 44 Prozent der impfbaren Bevölkerung ab zwölf Jahren sind vollimmunisiert, 59 Prozent haben zumindest eine Impfung erhalten. Wir setzen verstärkt auf unkomplizierte, leicht erreichbare Angebote, um die Durchimpfungsrate weiter zu erhöhen. Aber es gibt abseits von Corona viele weitere wichtige Schutzimpfungen, die nicht vernachlässigt werden dürfen – eine davon ist die Impfung gegen Krebs“, betont Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

Impfung gegen Krebs im Schulimpfprogramm

Noch immer beträgt in Österreich die Durchimpfungsrate gegen die Humanen Papilloma Viren (HPV) weniger als 50 Prozent. Die HPV-Impfung ist neben der Hepatitis-B-Impfung die zweite, die eine Krebserkrankung verhindern kann. „Wir wollen die Eltern und Erziehungsberechtigten immer wieder darauf aufmerksam machen, dass es eine Chance gibt, ihre Kinder durch die kostenlose HPV-Impfung im Rahmen des Schulimpfprogrammes frühzeitig zu schützen“, so Haberlander. Damit die Akzeptanz steigt und mehr Eltern ihre Kinder impfen lassen, findet die HPV-Schulimpfung seit Herbst 2020 nicht mehr in den Volksschulen, sondern in der 5. Schulstufe statt. „Wir glauben, dass bei den Eltern von Kindern in diesem Alter das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer HPV-Impfung stärker vorhanden und die Aufklärung besser gegeben ist – es geht ja um eine sexuell übertragbare Erkrankung“, erklärt die Gesundheitsreferentin.

Humane Papillomaviren (HPV) sind weltweit verbreitet. Ansteckungen mit den wichtigsten Krebs verursachenden HPV-Typen 16 und 18 sind beispielsweise für über 70 Prozent aller bösartigen Fälle von Gebärmutterhalserkrankungen verantwortlich. Gebärmutterhalskrebs ist die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen weltweit. In Österreich gibt es jährlich neben den rund 400 Neudiagnosen auch 130 bis 180 Todesfälle. Durch die HPV-Impfung im empfohlenen Alter können mehr als 90 Prozent der Fälle an Gebärmutterhalskrebs verhindert werden. Auch durch HPV verursachte Genitalwarzen sind überaus häufig. Mehr als ein Prozent der sexuell aktiven Personen leiden an Genitalwarzen. Insgesamt erkrankt jede 10. Person im Laufe des Lebens an Genitalwarzen.

Kampagne „Petrol Ribbon“ initiiert – Durchimpfungsrate erhöhen

Im Verlauf ihres Lebens infizieren sich 80 bis 90 Prozent der Menschen mit Humanen Papilloma Viren (HPV), ohne dies zu bemerken. Bestimmte Virentypen können zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen) führen. Andere, sogenannte „Hochrisiko Typen“, sind für die Entstehung einer Reihe von Krebserkrankungen verantwortlich: Schamlippen-, Penis- und Enddarmkrebs, Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum sowie Gebärmutterhalskrebs.

„Die rechtzeitige Impfung gegen HPV im Kindes- oder Jugendalter bietet einen nahezu 100-prozentigen Schutz gegen diese Erkrankungen“, so Primarius Univ.- Prof. Dr. Lukas Hefler, Vorstand der Abteilung Gynäkologie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern und am Konventhospital der Barmherzigen Brüder. Um Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken hat er die Kampagne „Petrol Ribbon“ initiiert – mit dem längerfristigen Ziel, die Durchimpfungsrate zu erhöhen: „Auch heuer wollen wir zur Teilnahme von Mädchen und Buben an der Österreichischen Gratis-Impfaktion motivieren. Im Gegensatz zu Brustkrebs ist der Unterleibskrebs weiterhin ein Tabuthema, das versuchen wir zu ändern.“

Der HPV-Impfstoff ist einer der am besten getesteten Impfstoffe weltweit und wurde bereits millionenfach angewendet. „Neben einiger Krebsformen schützt die Impfung auch vor weiteren HPV-bedingten Erkrankungen wie etwa Feigwarzen, die oft eine langwierige Behandlung nach sich ziehen, sowie vor Krebsvorstufen“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler.

HPV-Impfung in Oberösterreich

Gemäß österreichischem Impfplan wird die Impfung für alle Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. Lebensjahr empfohlen. Jährlich werden in Oberösterreich etwa 13.000 HPV-Impfungen im Kinderimpfprogramm durchgeführt. Im Rahmen von Schulimpfungen wird die HPV-Impfung kostenlos für alle Schülerinnen und Schüler der 5. Schulstufe angeboten. Darüber hinaus wird die Impfung für alle Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren an den öffentlichen Impfstellen (den Sanitätsdiensten der Bezirkshauptmannschaften und den Gesundheitsämtern der Magistrate) kostenlos angeboten.

Jugendliche vom vollendeten 12. Lebensjahr bis zum vollendeten 16. Lebensjahr können sich zum vergünstigten Selbstkostenpreis von 60 Euro pro Teilimpfung ebenfalls an den öffentlichen Impfstellen impfen lassen, ab dem Schuljahr 2021/2022 sogar bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Bis zum 15. Geburtstag sind zwei Impfungen ausreichend, danach sind drei Dosen für die vollständige Immunisierung erforderlich. Das heißt, bis zum 15. Lebensjahr kostet die Nachholimpfung 2x 60 Euro, danach 3x 60 Euro. Ohne diese Vergünstigung kostet die dreiteilige Impfung mehr als 600 Euro.

„Es gibt eine Impfung gegen Krebs! Ich appelliere daher an alle Eltern, dieses Angebot für ihre Kinder auch in Anspruch zu nehmen“, so Haberlander.

Trägerübergreifende Zusammenarbeit der Spitäler in der Krebsbehandlung

„In Oberösterreich gehören Versorgung durch das Land und Vorsorge durch jede und jeden Einzelnen zusammen. Daher ist das Bewusstsein der Bevölkerung für Vorsorge, Früherkennung und Behandlung besonders wichtig. Zugleich bieten Oberösterreichs Spitäler die bestmögliche Hilfe an und arbeiten aufgrund der zunehmenden Komplexität der Behandlung von Krebserkrankungen trägerübergreifend zusammen. So können wir den Menschen im Fall einer Krebserkrankung die bestmögliche Therapie unabhängig vom Wohnort zur Verfügung stellen“, betont Haberlander.